Aus der Sicht eines betroffenen Bürgers: Was zu tun ist und wie es mittelfristig weitergehen könnte.

Nachdem sich immer stärker zeigt, dass die Entscheidung den "neuen" Flughafen Schönefeld BBI in Betrieb
 zu nehmen, problematisch aber wohl unvermeidbar ist, sollte nicht nur darüber nachgedacht werden, wie
die Lärm- und Schadstoffbelastungen für die betroffenen Menschen in der Region durch eine geschickte
Wahl der Abflugrouten möglichst  menschenfreundlich
gestaltet werden
kann, sondern auch darüber,
was mittelfristig mit dem Areal des Flughafens BBI geschehen sollte!

 

Die Wahl der Flugrouten (Anflug- und Abflugrouten) von BBI muss in der Wertigkeit
nach folgenden Kriterien erfolgen:

1) Sicherheit der Passagiere
2) Gesundheitliche Unversehrtheit der Menschen in der Region durch Lärm- und Schadstoffbelastung
3) Wirtschaftlichen Interessen der Flughafeneigner und Nutzer

Der Punkt 3) darf nicht vor 2) gerückt werden. Eine entsprechende Priorisierung muss der DFS vorgeschrieben
werden!

 

Für das Planfeststellungsverfahren, waren über mehr als ein Jahrzehnt andere Startflugrouten (gerader Start)
dargestellt und die zwischenzeitlich durchgeführten Schutzmaßnahmen erfolgten unter dieser Randbedingung.
Die Bevölkerung in der angrenzenden -vermeintlich nicht betroffenen Region- von Berlin und Brandenburg
wurde vermutlich bewusst oder durch Kommunikationsunfähigkeit der Planer getäuscht! Dies möge der Leser
unter Betrachtung der - sowohl Flugrouten als auch Lärmpegel darstellenden - Karte, die von der Gruppe IGeL
erstellt wurde, nachvollziehen. Die Lärmschutzregionen korrelieren nicht mit der derzeitigen Flugrouten-
planung! Durch Preisverfall vieler Immobilen erfolgt somit, neben der sich abzeichnenden gesundheitlichen
Schädigung, noch zusätzlich eine kalte Enteignung großer Vermögenswerte vieler Anwohner! Es darf nicht sein,
dass ein Planfeststellungsverfahren für einen Flughafen jahrelang ohne  verlässliche Flugroutenplanung erfolgt!
Hier liegt ein dramatisches Versagen vor!
 

Der Bau eines neuen, optimal angebundenen Großflughafens in der Region Sperenberg sollte darum als
Zukunft
sperspektive,  die dann BBI (wie heute TXL und THF) hinfällig werden läßt,  verfolgt werden.
Zur Erinnerung: Die Entfernung vom Zentrum Berlin bis Sperenberg beträgt ca. 41 km Luftlinie. Die
Entfernung von BBI bis Sperenberg ca. 28 km. Das sind Distanzen, die Hochgeschwindigkeitszüge in wenigen
Minuten (ca. 15 min.) zurücklegen können! Sperenberg hätte den Vorteil, dass für Flugzeuge dann keine
komplexen Abflugrouten erforderlich sein dürften, und dass damit die Lebensqualität für Millionen Menschen
im Großraum Berlin nachhaltig verbessert werden kann.  Also denke man schon jetzt an diese Möglichkeit,
bevor eine dritte Startbahn für BBI angegangen wird!

 

Wie könnte man langfristig  das  Flughafenareal BBI nutzen?
Die bereits vorhanden Startbahnen würden sich hervorragend zu Energiespeichern (Hochtemperatur-
betonspeicher oder Salzspeicher)
umbauen lassen oder bildeten die Basis für eine stadtnahe Installation.
Dazu gibt es interessante Untersuchungen, die von der anerkannten Firmen und Instituten durchgeführt wurden.
Umweltfreundliche Energien, die wir in der Zukunft verstärkt aus Windenergie, Photovoltaik, Photothermik
gewinnen, benötigen u.a. solche Speicheranlagen! Wie könnte das realisiert werden?

Die Terminalgebäude des BBI lassen sich sicherlich - nach einigen Modifikationen - in ein neues internationales
Congress Centrum
umwandeln!
Auch ein großes Messegelände müsste sich auf dem dann frei werdenden
Flughafengelände realisieren lassen. Der Aufbau eines Großforschungszentrums für Energiespeicherung,
 -umwandlung und -transport
(z.B. Hochspannungsgleichstromleitungen, Hochtemperatursupraleitung, die
Konzeption intelligenter Stromnetze) könnte dort, in der Nähe der Wissenschaftsstadt Adlerdhof, realisiert werden.

Die verkehrstechnische Anbindung des Flughafen Sperenberg per Bahn und Straße ist lösbar. Die Schweiz hat
gerade demonstriert, dass man auch in extrem schwierigen geologischen Umgebungen lange Tunnelstrecken bauen
kann. Eine Streckenführung mit einwohnerfreundlichen Tunneln aus Berlin hinaus ist dagegen eine leichte Unternehmung!

Bei allen Entscheidungen, die für die Zukunft anstehen, muss bedacht werden, dass sich
die Nutzung des  Luftverkehrs
,
bei einer dramatischen Verteuerung der Ölkosten, in 20-40 Jahren im Rückgang
befinden dürfte. Billigflüge werden dann der Vergangenheit angehören! Wichtig wird dann aber sein, dass
Luftwege ohne energieverbrauchende Schlenker von einer Region A nach B geführt werden. Die Transport von Menschen
und  Gütern wird in der Zukunft mit mehr Vernunft - Einsatz von IT - energetisch optimiert werden müssen.
Dabei dürfte die erzielte Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen Transportmittels weniger im Vordergrund stehen als
seine Durchschnittsgeschwindigkeit. Also weg mit langen Staus, unnützen Wegen und Wartezeiten! Den Bürgern
muss verständlich und verlässlich, bei allen verkehrstechnischen Entwicklungen, im Vorfeld vermittelt werden,
was kostet der Bau, was der Betrieb und was der Rückbau von Transportsystemen? Welche Schädigungen erfährt die
Umwelt? Welchen Auswirkungen sind Menschen und Umwelt in der Summe dauerhaft ausgesetzt.
Der wirtschaftliche, Erfolg von Großunternehmungen wie BBI darf nicht das primäre Ziel politischen Handelns sein!!

Zu den Bürgerinitiativen BBI